Europäische Fortbildung in Istanbul /Türkei
im November 2025
Im Rahmen von Erasmus+ flogen zwei Lehrerinnen, Frau Bergmeier und Frau Keskin, der Carl-Steinmeier-Mittelschule im November 2025 nach Istanbul. Dort besuchten sie mit weiteren Lehrkräften aus unterschiedlichen europäischen Ländern den Kurs "Al-Powered Pedagogy: Transforming Education for the Future".
Die Woche im Überblick
Montag, 03.11.2025
Zum Auftakt des Kurses stellten sich die Teilnehmenden vor und formulierten ihre Erwartungen – meist neue Impulse, praxisnahe Ideen und internationalen Austausch. Ein symbolisches Video über ein Flugzeug, Wellen und Felsen regte zur Reflexion über Höhen, Tiefen und Motivation im Lehrerberuf an.
In Gruppen tauschten wir uns über bereits genutzte digitale Tools aus – von Lernplattformen bis zu kreativen Apps. Anschließend beschäftigten wir uns mit verschiedenen Lernstilen (visuell, auditiv, physisch, sozial usw.) und deren Bedeutung für individualisierte Lernprozesse.
Ein kurzer Einblick in die kognitiven Neurowissenschaften (Sinne, Sprache, Selbstwahrnehmung, Lernen, Entscheidungen) rundete den Tag ab – ein gelungener Einstieg in das Thema digitales Lernen und Lehren.

Dienstag, 04.11.2025

Nach einer persönlichen Aufwärmübung reflektierten wir den ersten Kurstag.
Thema 1: Neuroplastizität – Lernen verändert das Gehirn. Durch Wiederholung und Anwendung werden neuronale Verbindungen gestärkt.
Thema 2: Kritisches und kreatives Denken – beide Gehirnhälften (logisch vs. kreativ) ergänzen sich und fördern nachhaltiges Lernen.
Thema 3: Future of Education & Flipped Classroom – Lernen wandelt sich von reiner Wissensvermittlung hin zu forschendem und selbstständigem Lernen. Der Flipped Classroom betont Flexibilität, Lernkultur, gezielte Inhalte und die reflektierte Lehrerrolle.
Zum Abschluss lernten wir das Tool Videogen kennen, das automatisch Erklärvideos erstellt. Der Tag endete mit einem Blitzlicht zu den wichtigsten Erkenntnissen.
Mittwoch, 05.11.2025
Zu Beginn wiederholten wir den Aufbau des Gehirns (Hirnstamm, Kleinhirn, limbisches System, Cortex) – veranschaulicht durch das Bild eines Dschungels.
Anschließend lernten wir Jonathan Haidts „Rider and Elephant“-Modell: Der Reiter steht für Rationalität, der Elefant für Emotionen. Erfolgreiches Lernen gelingt, wenn beide angesprochen werden.
Donnerstag, 06.11.2025
Nach einem kurzen Energizer präsentierten die Gruppen ihre Arbeiten zu Empathie und Sympathie.
Wir erarbeiteten Daniel Golemans Framework of Emotional Intelligence mit den Bereichen Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Motivation, Empathie und soziale Kompetenz.
Diskutiert wurde die wachsende Bedeutung menschlicher Fähigkeiten wie Mitgefühl und Achtsamkeit in Zeiten künstlicher Intelligenz.
Am Nachmittag durften wir ein Gymnasium in Suadiye besuchen. Dort wurden wir von der stellvertretenden Schulleitung herzlich empfangen und erhielten spannende Einblicke in den Schulalltag. Zunächst wurden wir durch das Schulgebäude geführt, um anschließend in der Bücherei bei einem Cay (türkischem Schwarztee) allgemeine Fragen zum türkischen Schulsystem stellen zu können. Interessant war auch die Vorstellung eines 15-jährigen Schülers, der zusammen mit einer Universität zum Thema „Saurer Regen“ im Vergleich Istanbul – Umland (Kastamonu) forscht. Danach durfte wir in der Turnhalle gemeinsam mit den Schülern traditionelle Tänze tanzen – sowohl rumänische als auch türkische. Diese kulturelle Begegnung war voller Lebensfreude und Herzlichkeit und hat uns alle sehr verbunden.
Insgesamt war es ein bereichernder Tag, der uns nicht nur fachlich, sondern auch menschlich viel gegeben hat.
Freitag, 07.11.2025
Am letzten Tag stand die Rolle der Lehrkraft im digitalen Zeitalter im Mittelpunkt. Lehrkräfte sind heute nicht nur Wissensvermittler, sondern Learning Designer, Mentoren und Coaches.
Wir lernten digitale Zukunftstechnologien kennen:
• Künstliche Intelligenz (AI): Unterstützung für individuelle Lernprozesse,
• Virtual & Augmented Reality (VR & AR): immersive Lernumgebungen,
• Brain-Computer Interfaces und Robotik: neue Perspektiven des
Lernens.
Das Klassenzimmer der Zukunft soll offener und selbstbestimmter sein.
In Gruppen entwickelten wir Szenarien für das Jahr 2040 – aus Sicht von Lehrkräften, Schülern und Regierung.
Zum feierlichen Abschluss erhielten alle ihre Zertifikate – ein würdiger Abschluss einer inspirierenden Woche voller neuer Ideen, Perspektiven und Begegnungen.
Wir diskutierten, wie Emotion und Aufmerksamkeit das Lernen beeinflussen und unterschieden zwischen primären (z. B. Freude, Angst) und sekundären Emotionen (z. B. Scham, Stolz). In Gruppenarbeit vertieften wir die Begriffe Empathie und Sympathie.
Zum Schluss wurden nützliche Unterrichts-Apps vorgestellt: Photomath, Comica und WordArt.





























