Erasmus+-Reise nach Nauplia im Mai 2026
IAm Montag, den 03.05.2026 traf sich die Reisegruppe bereits um 6 Uhr am Münchner Flughafen. Müde, aber voller Vorfreude ging es nach einem kurzen Aufenthalt am Flughafen Richtung Athen, welches wir gut zwei Stunden später erreichten. Dort angekommen wartete schon unser Reisebus, ein Doppeldeckerbus, auf uns.
In der Woche vom 03.05.2026 – 09.05.2026 reisten 14 Schülerinnen und Schüler der 9ten Klassen gemeinsam mit ihren Lehrkräften nach Nauplia (gr. Nafplio) in Griechenland. Im Mittelpunkt der Erasmus+-Reise stand der Besuch unserer Partnerschule GEL 2 in Nauplia, die bereits im März bei uns an der CSM waren. Die Reise nach Griechenland war jedoch weit mehr als nur ein schulischer Austausch – sie wurde zu einer eindrucksvollen Begegnung mit Geschichte, Kultur, Gastfreundschaft und europäischer Gemeinschaft.


Sonntag, 03.05.2026
Da wir einen überaus netten Busfahrer hatten, konnten wir einen Zwischenstopp am Kanal von Korinth (Eröffnung 1893), einlegen. Dies ist ein künstlich angelegter Kanal, der das Festland von der Halbinsel Peleponnes trennt. Der Kanal ist nur etwa 24 m breit, hat sehr steile Felswände mit einer Höhe von bis zu 80 m und ist etwa 6,3 km lang. Um die Dimensionen des Kanals zu begreifen, sollte man selbst einmal vor Ort gewesen sein.
Nach etwa einer weiteren Stunde im Bus, erreichten wir unser Ziel, die wunderschöne Küstenstadt Nafplio, die oft als eine der schönsten Städte Griechenlands bezeichnet wird. Bereits bei der Ankunft spürten wir den besonderen Charakter dieses Ortes: enge Gassen mit venezianischen Häusern und blühenden Bougainvilleen. kleine Plätze voller Leben und der Blick auf das tiefblaue Meer verliehen der Stadt eine einzigartige Atmosphäre.
Nach einem kleinen Spaziergang durch Nafplio ging es gemeinsam ins Restaurant, in welchem wir griechische Speisen aßen und unseren ersten Tag ausklingen ließen. Am Abend hielten wir unsere ersten Eindrücke noch akustisch fest. Hört selbst, welche Eindrücke wird gesammelt haben:
Montag, 04.05.2026
Im Mittelpunkt unserer Erasmus+-Reise stand der Besuch unserer Partnerschule GEL 2. Dort wurden wir am Montag, den 04.05.2026, von den griechischen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften mit großer Herzlichkeit empfangen. Schon am ersten Tag wurde deutlich, wie wichtig das Erasmus+-Programm für den europäischen Gedanken ist: Trotz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen entstanden schnell Gespräche, Nummern ausgetauscht und neue Freundschaften wurden geknüpft. Die Partnerschule stellte uns ihr Bildungssystem vor und wir erhielten interessante Einblicke in den Schulalltag in Griechenland. Besonders spannend war es zu sehen, wie ähnlich viele Herausforderungen und Interessen von Jugendlichen in Europa sind – unabhängig vom jeweiligen Land.
Im Anschluss nahmen wir an einer Sportstunde teil und spielten auf dem Sportplatz Fußball und Basketball in gemischten Mannschaften. Hierbei sollte erwähnt werden, dass der Platz fast direkt am Hafen liegt und beim Spielen eine herrliche Aussicht auf das Mittelmeer bietet. In der darauffolgenden Unterrichtsstunde stand Mathematik auf dem Stundenplan. Da der Unterricht auf Griechisch war, verstanden unsere Schülerinnen und Schüler leider sehr wenig. Nach diesen interessanten Erfahrungen endete schon der Vormittag.
Unsere ersten Eindrücke der Schule zum Anhören:
Am Nachmittag stand dann ein weiteres Highlight auf dem Programm, eine interaktive Schnitzeljagd mit der App „Actionbound“. In dieser sollen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Spuren von König Otto I. von Griechenland begeben und anhand der gestellten Aufgaben Fotos in unterschiedlichen Posen fotografieren. Seht, was dabei herausgekommen ist: (Video folgt)
IAm Dienstag stand ein besonderer Ausflug auf dem Programm. Mit gut 300 griechischen Schülerinnen und Schülern traf sich unserer Reisegruppe am Hafen von Nauplia, um gemeinsam mit sechs Bussen auf die Insel Poros, die zu den Saronischen Inseln gehört, zu fahren. Die Fahrt über die griechischen Serpentinen dauerte etwa eine Stunde, die Überfahrt mit dem Schiff etwa fünf Minuten und bot wunderschöne Ausblicke auf die Küste der Peleponnes und das glitzernde Meer. Poros selbst wirkte mit seinen weißen Häusern, kleinen Cafés und engen Gassen fast wie aus einem Bilderbuch.
Dienstag, 05.05.2026
Auf der Insel angekommen, schlossen sich jeweils zwei deutsche Schülerinnen und Schüler mit griechischen Schülerinnen und Schülern zusammen, um die heutigen Tagesaufgaben zu erledigen. Die kleine Insel sollte hinsichtlich ihres Tourismus, Sprache & Kommunikation, Umwelt & Nachhaltigkeit, Berufsmöglichkeiten sowie der Kultur & Alltag untersucht werden. Dabei gab es Aufgaben wie Gruppenfotos an besonderen Orten zu machen, Videos / Audionachrichten einzusprechen oder neu gelernte griechische Wörter aufzuschreiben.
Die Ergebnisse könnt ihr hier sehen / hören:
Im Anschluss hatten alle noch genügend Zeit, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Besonders bekannt ist der Uhrturm (in hellblau), der auf einem Hügel über der Stadt steht und einen schönen Blick auf den Hafen bietet. Der Hafen selbst ist ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Dort legen Fähren und kleine Boote an, die die Insel mit dem Festland und anderen Inseln verbinden. Viele nutzten auch die Gelegenheit, Souvenirs zu kaufen oder traditionelle griechische Gerichte zu probieren. Die Zeit auf Poros vermittelte uns einen Eindruck davon, wie eng das Leben der Griechen seit Jahrhunderten mit dem Meer verbunden ist. Ebenso konnten die neu gewonnenen Freundschaften mit griechischen Schülerinnen und Schülern in entspannter Atmosphäre weiter vertieft werden.
Am späten Nachmittag ging es dann wieder gemeinsam mit den Bussen Richtung Nauplia, welches gegen 19 Uhr erreicht wurde.

Mittwoch, 06.05.2026
IDer Mittwoch stand ganz im Zeichen der griechischen Kultur. Mit einem kleinen Bus ging es zuerst zum Bayerischen Löwen in Nauplia, der in einen Felsen gemeißelt wurde. Dieser wurde von König Ludwig I. von Bayern in Auftrag gegeben und erinnert an die Offiziere und Soldaten der königlich bayerischen Brigade von 1833 und 1834. Diese sind damals mit seinem Sohn Otto, dem späteren König Otto I. von Griechenland 1833 nach Nauplia, der ersten Hauptstadt Griechenlands, gekommen.

Der zweite Stopp führte die Reisegruppe in die Ottobrunn Straße, die etwas außerhalb der Innenstadt von Nauplia liegt. Diese soll an die Partnergemeinde Ottobrunn erinnern. Auch besuchten wir die griechisch orthodoxe Kirche, die hier gebaut wurde.
Im Anschluss ging es weiter nach Mykene, einer der bedeutendsten archäologischen Stätten Griechenlands. Die antike Stadt gilt als Zentrum der mykenischen Kultur, die bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus eine hochentwickelte Zivilisation hervorbrachte. Besonders beeindruckend war das berühmte Löwentor, das als ältestes monumentales Relief Europas gilt. Beim Gang durch die Ruinen konnten wir uns gut vorstellen, welche Bedeutung Mykene einst hatte. Auch die goldene Maske von König Agamemnon konnte im Museum bestaunt werden.
Zum Ausklang des geschichtsträchtigen Tages gingen alle gemeinsam am Hafen in einem griechischen Restaurant zum Essen. Ein Highlight des Abends waren jedoch nicht nur die griechischen Speisen, sondern der griechische Pater (aus der orthodoxen Kirche in der Ottobrunn Straße), der extra vorbeikam, um uns ein kleines Geschenk, ein Heiligenbild, vorbeibrachte. Diesen hatten wir bei unserem Kirchenbesuch am Vormittag leider verpasst und er wollte es sich nehmen lassen, uns in Nauplia zu begrüßen.
Ebenso faszinierend war der Besuch von Epidauros, das weltweit für sein antikes Theater berühmt ist. Das Theater von Epidauros stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und beeindruckt bis heute durch seine nahezu perfekte Akustik. Selbst leiseste Geräusche auf der Bühne sind bis in die obersten Sitzreihen hörbar. Viele von uns probierten dies begeistert aus und waren erstaunt, wie hervorragend die Baukunst der Antike funktionierte. Epidauros war jedoch nicht nur ein Theaterort, sondern auch ein bedeutendes Heilzentrum der Antike. Der Kult um den Heilgott Asklepios zog Menschen aus der gesamten griechischen Welt an, die dort Heilung suchten.
Zurück in Nafplio erkundeten wir die berühmte Festung Bourtzi, die auf einer kleinen Insel mitten im Hafen liegt. Die venezianische Festung wurde im 15. Jahrhundert erbaut und diente ursprünglich dem Schutz der Stadt vor Piraten und feindlichen Angriffen. Heute zählt sie zu den Wahrzeichen Nafplios. Schon die kurze Bootsfahrt dorthin war ein Erlebnis, denn vom Wasser aus bot sich ein herrlicher Blick auf die Altstadt und die umliegenden Berge. Die Geschichte der Festung spiegelte die wechselvolle Vergangenheit Griechenlands wider, das über Jahrhunderte unter venezianischem, osmanischem und später griechischem Einfluss stand. Bei strahlendem Sonnenschein wäre der ein oder andere gerne länger auf der kleinen Insel geblieben.
Am Nachmittag wurden die gewonnen Eindrücke und Erfahrungen in sechs Podcast-Folgen aufgezeichnet. Diese können im Reisetagebuch auf S. 34 angehört werden.
Donnerstag, 07.05.2026
Am Donnerstag stand ein besonders Highlight auf dem Programm: ein Job Shadowing. Hierzu wurden die Schülerinnen und Schüler in Zweiergruppen eingeteilt und mit Arbeitsaufträgen ausgestattet. Gemeinsam mit griechischen Schülerinnen und Schülern wurden sie zu den einzelnen Betrieben gebracht und durften einen Vormittag bei deren Arbeit zusehen, Fragen stellen und sich auch einmal selbst an dieser Tätigkeit versuchen. Ziel war es, in verschiedene Berufe hineinzuschnuppern, neue Berufe kennenzulernen und vielleicht die Weichen für die eigenen berufliche Zukunft zu stellen. Bei dem Job Shadowing haben Handwerksbetriebe, wie eine Nudelmanufaktur, eine Weberei, eine Schuhmacherei, ein Optiker, eine Töpferei sowie ein Spielzeugladen mitgemacht. Sowohl die Schüler/innen als auch die Betriebe waren von dem Vormittag begeistert, da es in Griechenland so etwas wie ein Betriebspraktikum nicht gibt, aber die Handwerksbetriebe dringend Nachwuchskräfte benötigen.
Freitag, 08.05.2026
Am späten Nachmittag wurde noch gemeinsam eine Kunstaustellung im "Fougaro - Art Center" besucht, die jedoch lediglich einem Raum mit nur wenigen Bildern bestand. Auf dem Rückweg wurden dann jedoch einige Stopps für Shopping eingelegt, sodass sich der Weg gelohnt hat.
Am Freitagvormittag war eigentlich die Besichtigung der Festung Palamidi geplant. Da es jedoch regnete, wurde diese auf den Nachmittag verschoben. Die Schülerinnen und Schüler hatten somit am Vormittag Zeit, noch Souvenirs für ihre Familien und Freunde zu besorgen oder durch die Gassen von Nauplia zu schlendern.
Die Anlage besteht aus acht einzelnen Bastionen, die durch starke Mauern miteinander verbunden sind. Jede Bastion hatte eine eigene Verteidigungsfunktion. Die Venezianer bauten Palamidi nach den modernsten militärischen Erkenntnissen ihrer Zeit, weshalb die Festung als nahezu uneinnehmbar galt. Palamidi gilt deshalb als ein wichtiger Ort für Geschichtsinteressierte und zugleich ein beliebtes Ziel für Touristen, die Kultur und Natur miteinander verbinden möchten. Von dort oben hatten die Schülerinnen und Schüler einen beeindruckenden Blick auf Nafplio, den Argolischen Golf und die umliegende Landschaft. Während einige ein Selfie nach dem anderen machten, genossen andere die atemberaubende Aussicht und konnten noch nicht fassen, dass die einzigartige Woche bereits vorbei ist.
Am Abend ging es für die gesamte Reisegruppe in ein griechisches Restaurant. Dort wurde alle schon vom dortigen Freundeskreis erwartet, der eine enge Beziehung zu Ottobrunn pflegt. Aber nicht nur der Freundeskreis war da, auch viele griechische Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und die Schulleitung der Schule GEL 2 ließen es sich nicht nehmen und kamen, um gemeinsam mit uns, unseren letzten Abend zu verbringen. Bei typisch griechischen Speisen wie Souvlaki, Moussaka, Salaten mit Feta und süßem Baklava wurde gefeiert, erzählt und viel gelacht. Immer wieder wurden Erinnerungen an die vergangenen Tage ausgetauscht – an die Ausflüge, die Begegnungen und die gemeinsamen Erlebnisse. Freundschaften, die in den letzten Tagen entstanden sind, wurden vertieft und hoffentlich die nächsten Jahre weiter gepflegt.
Am Nachmittag ging es dann mit dem offenen Bus Richtung Palamidi. Die Festung Palamidi gehört zu den bedeutendsten historischen Bauwerken Griechenlands und befindet sich oberhalb der Stadt Nafplio auf einem etwa 216 Meter hohen Hügel. Die imposante Festung wurde zwischen 1711 und 1714 von den Venezianern erbaut, als diese die Region beherrschten. Ziel war es, die Stadt und den wichtigen Hafen vor Angriffen zu schützen. Durch ihre erhöhte Lage bot die Festung eine ausgezeichnete Aussicht auf das Meer und die Umgebung, sodass feindliche Schiffe oder Truppen früh erkannt werden konnten.

Am Samstag hieß es nach dem Frühstück Koffer packen und Zimmer aufräumen, da die Heimreise bevorstand. Während sich die einen auf die Familie zu Hause freute, wären die anderen gerne noch länger geblieben. Was den Schülerinnen und Schülern am besten gefallen hat:
Nach dem Essen wurden gemeinsam griechische Tänze getanzt und unserer Schülerinnen und Schüler hatten nach einigen Startschwierigkeiten die Schrittfolgen verinnerlicht. Alles in Allem ein gelungener letzter Abend in Nauplia.
Samstag, 09.05.2026
Schließlich wurde die Reisegruppe mit dem Bus zum Flughafen gefahren und alle „mussten“ die Heimreise mit dem Flugzeug antreten.
Bei der Ankunft in München durften einige Schülerinnen ins Cockpit des Flugzeugs und Selfies machen sowie mit dem Mikrofon Durchsagen sprechen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die diese Reise nach Nauplia zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Danke!
























































































































































































































































